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Was deine Katze wirklich will | Katzen wie wir

Was deine Katze wirklich will

Published on: 20. September 2015

Filled Under: Lucky: Die Kluge, Ratgeber (Ernährung, Gesundheit)

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Wir lieben unsere Katzen nicht nur, weil wir ihre Gesellschaft gern haben, sondern auch, weil sie für uns eine Verbindung mit der Wildnis herstellen. Mit drei Pfoten in unseren Herzen und einer Pfote in der Wildnis verbinden sie uns mit der Natur wie es kein anderes Haustier vermag. Doch trotz ihrer Selbständigkeit und ihrem selbstbewussten Verhalten brauchen sie uns. Auch wenn sie nicht so anhänglich sind wie unsere Hunde, benötigen sie bestimmte Grundlagen, um glücklich zu sein. Sind diese Grundlagen nicht vorhanden, können Verhaltensstörungen und auch physikalische Probleme auftauchen, die ihre Lebensqualität einschränken und eure Partnerschaft belasten. Natürlich sorgen wir für qualitativ hochwertiges Futter und regelmäßige ärztliche Kontrollen, aber abgesehen davon gibt es weniger bekannte Faktoren, die für das Wohlbefinden unserer Samtpfoten wichtig sind.

Ein sicheres Zuhause – stabiles Territorium
Raum spielt für die Katze eine große Rolle. Dies gilt für unsere domestizierten Katzen genauso, wie für ihre wilden Verwandten. Sie braucht eine stabile und voraussehbare Umgebung mit genug Platz. Sie patrouilliert nicht nur von Raum zu Raum, springt auf Schränke und Regale oder verschwindet unter dem Bett oder im Kleiderschrank, sie tut dies auch jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten. Dieses „Timesharing“ macht es möglich, dass sich mehrere Katzen ein Territorium teilen können. Während die eine schläft, kann eine andere die gleichen Plätze kontrollieren, ohne dass es zu Konflikten kommt.

Bereite deiner Katze ein stabiles, sicheres und möglichst stressfreies Territorium. Dies bedeutet, vermeide unberechenbare Situationen, die deine Katze traumatisieren oder bedrohen können. Laute Musik, die Kinder, die fangen spielen oder jeden Samstag eine wilde Party feiern – dies alles kann die Katze genug verstören, um unerwünschte Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Unsauberkeit oder Aggression, auszulösen. Selbst das Umgestalten der Wohnung kann eine empfindliche Katze bereits ängstigen, deshalb sollten Veränderungen langsam stattfinden.

Versuche nicht das Katzenklo oder die Futternäpfe umzustellen, wenn sie einmal an einem gewohnten Platz sind. Und, auch wenn du alle Katzen liebst, deine eigene ist nicht unbedingt begeistert, wenn eine neue Katze in ihr Territorium eindringt. Der einfachste Weg zu einem friedlichen Mehrkatzenhaushalt ist, wenn man zwei Kätzchen gleichzeitig aufnimmt. Ein anderer guter Weg ist, ein kleines Kätzchen des anderen Geschlechts bei einer erwachsenen vorhandenen Katze einziehen zu lassen. Es hängt natürlich immer von der Persönlichkeit der Katze ab, aber zu viele erwachsene Katzen auf zu kleinem Raum zu halten, verhindert ihre Fähigkeit zum „Timesharing“ in ihrem Territorium. Dies kann zu Konflikten und unerwünschtem Verhalten führen.

Sorge für eine möglichst sichere Umgebung. Achte darauf, dass keine giftigen Pflanzen in der Wohnung sind, keine Kabel herumhängen und sichere die Türen und Fenster. Bewahre alle Chemikalien und Putzmittel in einem sicheren Schrank auf, sogar Seife oder Parfüm kann eine Katze vergiften.

Bitte keine Veränderungen
Katzen lieben ihre tägliche Routine und Beständigkeit. Veränderungen in der häuslichen Routine lösen Stress aus und können zu Problemen führen. Dies ist der Grund, warum Katzen oftmals weglaufen, wenn die Besitzer umgezogen sind. Sie suchen ihr altes Zuhause und ihre alten Gewohnheiten. Ebenso ist dies der Grund, warum deine Katze dir meist die kalte Schulter zeigt, wenn du ein paar Tage im Urlaub warst. Beim Wechsel von der Früh- auf die Mittagsschicht kannst du eine ähnliche Reaktion feststellen.

Halte dich so gut es geht an die zeitliche Routine. Füttere deine Katze täglich zu selben Zeiten, spiele mit ihr jeden Tag um die gleiche Zeit. Wie auch immer deine eigene Planung aussieht, versuche die Routine deiner Katze zu bewahren. Vermeide Dinge zu verändern, wie zum Beispiel die Futternäpfe, die Marke des Katzenklos oder auch nur das aktuelle Katzenklo. Wenn du neue Möbel anschaffst, wechsle immer nur ein Stück nach dem anderen. Streiche immer nur ein Zimmer nach dem anderen in der Wohnung. Du hast einen neuen Kratzbaum gekauft? Bitte entsorge den alten noch nicht, sondern stell den neuen Kratzbaum daneben.

Grundsätzlich braucht eine Katze Zeit, um sich an neue Dinge und Gegebenheiten zu gewöhnen und diese in ihre tägliche Routine einzubeziehen. Deine Katze wird es dir danken.

Deine Katze verdient Respekt

Deine Katze liebt dich so wie du bist. Bringe ihr den gleichen Respekt entgegen. Jede Katze hat ihre eigene Persönlichkeit. Lerne sie kennen und respektiere sie, damit ihr in Harmonie zusammenleben könnt. Einige Katzen mögen zum Beispiel die Aufmerksamkeit von Gästen, andere verstecken sich sobald es schellt. Wenn eine schüchterne Katze in einem geschäftigen Haushalt mit viel Publikumsverkehr leben muss, wird sie mit Sicherheit nicht glücklich. Umgekehrt kann es passieren, dass eine Katze, die gerne die Aufmerksamkeit von Menschen genießt, ihren Wunsch nach Gesellschaft mit lautem Miauen oder anderen nicht erwünschten Verhaltensweisen durchzusetzen versucht. Dies ist ganz einfach die Art, wie deine Katze dir ihre Unzufriedenheit mit der Situation zeigt.

Gehe auf die Persönlichkeit deiner Katze ein. Wenn sie schüchtern ist, biete ihr genügend Rückzugsmöglichkeiten, wenn Besuch kommt. Wenn deine Katze andere Katzen oder Hunde mag, denke darüber nach ihr einen Spielkameraden zu geben; versuche aber nicht eine Einzelgänger-Katze zu zwingen mit einer anderen Katze zu leben. Eine schüchterne Katze sollte zum Schmusen zu dir kommen, nicht umgekehrt. Wie auch immer die Persönlichkeit deiner Katze ist, es ist immer ein guter Rat, die Katze die Initiative zum Kontakt ergreifen zu lassen.

Bedenke auch, dass Katzen (anders als die meisten Hunde) sehr nachtragend sind. Wenn ein Kind der Katze auf den Schwanz getreten hat, wird sie Kinder wahrscheinlich eine ganze Zeit lang meiden. Wenn jemand versehentlich über sie stolpert, kann sie dies der betreffenden Person eine lange Zeit übel nehmen. Kurz gesagt: Respektiere ihre Persönlichkeit und finde heraus, was sie toleriert und was nicht.

Unterhaltung für die Katz

Auch wenn Katzen ihre Gewohnheiten und Routinen lieben, genießen sie es, wenn ihre Sinne und ihr Intellekt stimuliert werden. Dies macht sie zu den hervorragenden Jägern, die sie sind. Bei reiner Wohnungshaltung muss der Jagdinstinkt stimuliert und wachgehalten werden, damit die Katze die Zufriedenheit einer guten Jagd erfährt. Dies erreicht man durch das Spiel mit einer Katzenangel oder auch durch das Verstecken von Leckerlies. Ebenso gehören Kratzbäume und Kratzmatten zu den Einrichtungsgegenständen, die für das Glück deiner Katze sorgen.

Die Katze ist katzenartig

Zu guter Letzt solltest du verstehen, dass deine Katze in einer Welt lebt, die von ihren Bedürfnissen und Interpretationen geprägt ist – nicht von deinen.

In den Augen deiner Katze bist du kein Mensch, sondern ein riesiges tollpatschiges Wesen. Sie ist ein Meister der Sinnesschärfe und besitzt körperliche Fähigkeiten an die kein Mensch heranreicht. Deshalb solltest du versuchen eine Empathie für das Wesen der Katze zu entwickeln. Anstatt deine Katze zu vermenschlichen, sei du selbst so oft wie möglich eine Katze. Sehe die Dinge durch ihre Augen und nehme die Gegenwart so wahr, wie sie es tut. Gerüche, Geräusche, Lichter, Temperaturen, Köperpositionen – was immer du denkst, worauf eine Katze reagiert – versuche es wahrzunehmen. Dies alles macht deine Katze zu einer Katze, deshalb solltest du versuchen es nachzuempfinden. Es wird dich zu einem besseren Katzenhalter und vor allen Dingen zu einem besseren Freund für deine Katze machen.

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