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5 Wege eine verwilderte Katze zu sozialisieren | Katzen wie wir

5 Wege eine verwilderte Katze zu sozialisieren

Published on: 13. Februar 2015

Filled Under: Lucky: Die Kluge, Ratgeber (Alter, Störungen)

Views: 9625

Es braucht eine Menge Zeit und Geduld, um einer verwilderten Katze zu helfen, sich an den Menschen zu gewöhnen – aber es ist den Aufwand wert!

Eine streunende Katze an die menschliche Umgebung anzupassen kostet sehr viel Zeit und ist eine echte Herausforderung. Sie werden oftmals kurz nach der Adoption zurück ins Tierheim gebracht und haben es sehr schwer, ein gutes Zuhause zu finden. Das bedeutet aber nicht, dass es die Anstrengung nicht wert ist. Obwohl es oft aussichtslos erscheint, gibt es ein paar entscheidende Dinge, die der Katze helfen, sich an den Menschen zu gewöhnen. Und der Aufwand lohnt sich! Die Katze wird dich für deine Bemühungen belohnen, denn wenn sie sich überwunden hat, dir zu vertrauen, wird sie die liebevollste, anhänglichste und dankbarste Katze werden, die du dir vorstellen kannst. Diese fünf einfachen Schritte helfen dem Streuner sich schnell und möglichst problemlos anzupassen.

 1. Ein spezielles Katzen-Zimmer 

Bevor die Katze einzieht, bereite ihr einen sicheren Raum mit allem, was sie braucht. In den Raum gehören mindestens eine Kratzmöglichkeit, ein paar Spielsachen, Futter, Wasser und ein Katzenklo (Futter und Katzenklo an gegenüberliegenden Wänden aufstellen). Der Raum sollte ruhig und einzig für die Katze sein. Außerdem sollten dort ein paar sichere Verstecke vorhanden sein, z. B. eine Katzenhöhle oder eine über dem Stuhl gehängte Wolldecke. Die Verstecke müssen aber für dich zugänglich sein, damit die Katze sich nicht ganz vor der neuen Umgebung zurückziehen kann. Verbringe jeden Tag einige Zeit in dem Raum, um ihr zu helfen, sich an deine Gegenwart zu gewöhnen. Während deines Aufenthaltes im Raum lies etwas laut vor oder telefoniere mit jemandem – Hauptsache du sprichst. So lernt die Katze deine Stimme kennen und gewöhnt sich daran.

2. Fütterung

Futter ist auch ein ausgezeichnetes Mittel einer Katze neue und beängstigende Dinge beizubringen. Behalte besondere Leckerlis bereit, um sie zu ermutigen, sich in deiner Nähe aufzuhalten. Futter ist der entscheidende Schlüssel, das Vertrauen und die  Zuneigung deiner Katze zu gewinnen. Die Domestizierung der Katze begann, als sie den Menschen als ständige Nahrungsquelle entdeckte. Für die erste Zeit ist es entscheidend, dass nur du sie regelmäßig fütterst, damit sie lernt, dass ausnahmslos du der Überbringer des leckeren Futters bist. Wenn die Katze nach ein paar Tagen genug Vertrauen gefasst hat, setze dich in den Raum und bleibe bei ihr, während sie frisst. Zeige deiner Katze, dass sie in deiner Gegenwart gefahrlos fressen kann und nichts von dir zu befürchten hat – sitze einfach da und störe sie nicht. Wenn die Katze schwer zu überzeugen ist, stelle das Futter nur in der Zeit hin, in der du dich in dem Raum aufhältst.

3. Vermeide Augenkontakt 

Wenn deine Katze dich anschaut, sieh weg. Augenkontakt ist für Katzen ein aggressives Verhalten. Wenn du dich trotzdem versehentlich in Augenkontakt mit der Katze wiederfindest, ist es ratsam, langsam zu blinzeln, dabei die Augen für ein paar Sekunden geschlossen zu halten und dann den Kopf wegzudrehen. Dies zeigt ihr, dass du dich unterordnest und sie nicht angreifen willst. So kann sie sich sicher und selbstbewusst fühlen.

4. Erzwinge keinen Körperkontakt 

Deine Katze wird zu dir kommen, wenn sie sich sicher genug fühlt. Dazu kann sie nach einiger Zeit mit Leckerlis ermutigt werden, indem du ihr diese in deiner Hand hinhältst. Dies führt zu Körperkontakt und die Katze macht damit positive Erfahrungen. Wenn du beginnen möchtest sie zu streicheln, halte ihr die geschlossene Faust hin (sie wird ein Leckerli vermuten) und schau weg. Lass sie zu dir kommen und sie wird den Körperkontakt suchen, wenn sie bereit ist.

5. Hab Geduld 

Geduld ist am wichtigsten, wenn du eine verwilderte Katze aufnimmst. Es braucht Zeit – Katzen sind bekanntermaßen zurückhaltend. Man muss ihnen Raum lassen, damit sie beginnen, sich in ihrem neuen Zuhause sicher zu fühlen. Dies kann länger dauern, als du erwartest, aber deine Geduld wird mit viel Liebe und Zuneigung belohnt.


8 Responses to 5 Wege eine verwilderte Katze zu sozialisieren

  1. Avatar Mandy sagt:

    Ich füttere seit ca. 2 Monaten eine Streunerkatze in meiner Nachbarschaft. Sie kommt, wenn ich sie rufe, ich kann sie mittlerweile problemlos streicheln und kraulen. Als ich sie das erste Mal gestreichelt habe, konnte ich all ihre Knochen spüren, was womöglich damit zusammenhängt, dass sie Zecken und Würmer hat (wie ich einige Zeit später feststellen konnte). Sie ist vor ein paar Wochen mal vom Tierschutzverein hier mit meiner Hilfe eingefangen worden. Dann haben sie festgestellt, dass es sich um eine Katze handelt, die bereits seit 10 Jahren dort lebt, denn sie war als ca. 4 Monate altes Kätzchen mit ihrer Mutter damals im Tierheim und wurde gechipt, sie konnten sie aber nicht sozialisieren. Jetzt frage ich mich, ob es möglich ist, sie an Wohnungshaltung zu gewöhnen. An mich hat sie sich ja schon recht gut gewöhnt, allerdings haben wir auch schon eine Katze zuhaus. Hm.

    • Avatar Hauptadmin sagt:

      Grundsätzlich ist es schwierig eine Katze, die die Freiheit kennt, in der Wohnung zu halten. Allerdings gibt es auch Streuner, die (meist, wenn sie alt und krank sind) die Vorzüge eines gemütlichen Zuhauses schätzen lernen.
      Wichtig ist erst einmal, dass die kleine Maus in tierärztliche Behandlung kommt und die Parasiten los wird. Weitere Entscheidungen hängen dann vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.
      Wir würden uns sehr freuen, wenn du uns berichtest…

  2. Avatar Melanie Falk sagt:

    Hallo, wir haben vor ca 1,5 Wochen einen verwilderten ca 10 jahre alten Kater aus dem TH übernommen. Er ist in einem seperatem Raum und ich besuche ihn dort 3 x tgl. Bisher macht er noch Null Anstalten seine sichere Kiste zu verlassen, solange es hell ist und solange ich mich in diesem Raum befinde. Vermutlich brauche ich noch viel Geduld. Aber gelegentlich verzweifelt ich weil mir dieses arme Geschöpf so unendlich leid tut. An seinen alten Platz kann er nicht zurück, den gibt es nicht mehr. Ich bin im Grunde seine letzte Chance. Eine große Bürde.

    • Avatar Hauptadmin sagt:

      Mit verwilderten bzw. scheuen Katzen muss man wirklich sehr viel Geduld aufbringen, aber es lohnt sich! Habt ihr mal versucht dem Kater vorzulesen? So gewöhnt er sich an die Stimme und traut sich dann eher mal raus. Sobald er aus dem separaten Raum darf (ich vermute mal, dass eine Zusammenführung stattfinden soll?), wird er sich an den vorhandenen Katzen orientieren bzw. sich immer mehr an die Gegenwart des Menschen gewöhnen.
      Auch Bachblüten können eine große Hilfe für ängstliche, scheue Katzen sein. Solltet ihr diesbezüglich Hilfe benötigen, könnt ihr uns gerne eine Mail schicken.
      Wir wünschen euch viel Geduld, so dass ihr dann auch die riesengroße Dankbarkeit von eurem Katerchen bekommt.

    • Avatar Anonymous sagt:

      Hallo genau das selbe Problem haben wir auch.Ein alter Kater,der nur schlechte Erfahrungen gemacht hat.Seit einer Woche lebt er im extra Zimmer bei uns und lässt sich nicht sehen. Zum Glück haben wir eine Kamera in den Raum gestellt, dadurch weiß ich, das er, wenn es ganz ruhig im Haus ist, raus kommt,sich putzt und aus dem Fenster schaut. Dadurch bin ich etwas beruhigt,denn ich sehe das es ihm gut geht.

  3. Avatar Mona sagt:

    Meine Katze Frist nun auch den zweiten Tag schon nichts. Ist das normal? Wann muss ich mir ernsthafte Sorgen machen?

    • Avatar Hauptadmin sagt:

      Liebe Mona,
      wenn eine Katze nicht frisst, nimmt sie auch zu wenig Flüssigkeit auf und somit werden die Nieren geschädigt. Bitte wende dich umgehend an einen Tierarzt deines Vertrauens und lass deine Katze gründlich untersuchen.
      Lieben Gruß und alles Gute für deine Samtpfote
      Katzenwiewir.de

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