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Gedicht ohne Titel | Katzen wie wir

Gedicht ohne Titel

Published on: 12. April 2019

Filled Under: Gedichte & Geschichten, Ginger: Der Zarte

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Erst das Gedicht, dann unsere Gedanken.

Zum Fressen geboren,
zum Kraulen bestellt
in Schlummer verloren
gefällt mir die Welt.

Ich schnurr’ auf dem Schoße,
ich ruhe im Bett
in lieblicher Pose,
ob schlank oder fett.

So gelte ich allen
als göttliches Tier,
sie stammeln und lallen
und huldigen mir;

liebkosen mir glücklich
Bauch, Öhrchen und Tatz –
ich wählte es wieder,
das Leben der Katz.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), deutscher Schriftsteller

Unsere Gedanken

Da das Gedicht nicht einmal einen Titel hat, denken wir, dass es Goethe eher nebenbei geschrieben hat. Um so erstaunlicher, wie schnell sich innerlich das Bild einer Katze formt, auch ohne Titel.

Zweifelsfrei ein Gedicht, in dem die Katze übermenschlich, fast schon wie eine Gottheit dargestellt wird, wie so häufig, aber eben nicht so schmalzig. Daher finden wir es gut.

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