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Braucht deine Katze Gesellschaft? | Katzen wie wir

Braucht deine Katze Gesellschaft?

Published on: 1. Mai 2015

Filled Under: Informativ, Katzen Allgemeinwissen

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Bei einem Freund siehst du seine zwei jungen Katzen in Freundschaft spielen, sie jagen sich gegenseitig, putzen sich gegenseitig und haben eine tolle Zeit. Danach schlafen sie gemütlich aneinander gekuschelt ein. Auf dem Weg nach Hause überlegst du, ob deine Einzelkatze einen Spielkameraden vermisst. Die kurze Antwort lautet: Es hängt von der Katze ab.

Einige nehmen den neuen Mitbewohner schnell an und genießen die Gesellschaft, andere hassen diesen Eindringling und es kommt zu blutigen Auseinandersetzungen. Das liegt in der Natur der Katze. Sie sind stoisch, unabhängig und eigenständig. Katzen sind sehr territorial und oft verabscheuen sie es, ihr Territorium mit anderen Haustieren zu teilen.  Vor allen Dingen hassen sie Veränderungen, die ein neuer Mitbewohner definitiv verursacht.

Das bedeutet, einige Katzen sind mehr sozial als andere. Katzen aus einem Tierheim, die dort viel Zeit mit anderen Katzen verbracht haben, bevor sie adoptiert wurden, akzeptieren neue tierische Mitbewohner meist einfacher, ebenso gibt es sehr freundliche Katzen, denen es nichts ausmacht, wenn neue Artgenossen hinzukommen oder gehen. Junge Katzen haben allgemein kein Problem damit, wenn bereits andere Tiere vorhanden sind oder dazukommen.

Die Schlüsselfrage lautet: Warum möchtest DU eine zweite Katze? Ist es, weil du denkst, dass deine Katze mit Gesellschaft glücklicher wäre? Denke daran, dass dies die menschliche Sicht der Situation ist. Während wir selbst nicht gerne 10 Stunden am Tag allein sind, stört dies eine Katze weniger, manchmal zieht sie es sogar vor. Aber wenn du einfach die Gesellschaft eines zweiten Tieres möchtest oder du den Gedanken hast, einer Katze aus dem Tierheim ein schönes Heim zu geben, sie eventuell vor dem Einschläfern zu retten, dann kann dies die richtige Entscheidung sein. Und in den meisten Fällen funktioniert dies sehr gut.

Plane vorausschauend

Du möchtest eine zweite Katze? Okay. Dann stellt sich die Frage: Kann dein Vorhaben verwirklicht werden? Obwohl dies natürlich einerseits von deiner bereits vorhandenen Katze abhängt, spielt auch der vorhandene Raum eine Rolle und die richtige Vorbereitung deines Zuhauses.

Schau dir zuerst das Verhalten deiner Katze genauer an: Ist sie freundlich, wenn Gäste kommen? Hatte sie vorher bereits Kontakt zu anderen Tieren? Wenn dies so ist, stehen die Chancen gut, dass die neue Katze von ihr akzeptiert wird. Wenn deine Katze aber ein verwilderter Streuner war, in der Vergangenheit Revierkämpfe ausfechten musste oder lange Zeit auf sich selbst gestellt war, wird dein Vorhaben etwas schwieriger. Versteckt sich dein Stubentiger, wenn Besuch kommt und taucht erst wieder auf, wenn der letzte Gast gegangen ist? Dann birgt die Idee einer zweiten Katze einige Risiken.

Nun schaue dir dein Zuhause an. Ist es ein kleines Appartement oder ein großes Haus? Mit wenig Platz ist es schwieriger die Katzen zu sozialisieren, weil sie ihr Territorium verteidigen und sich nicht aus dem Weg gehen können. In einem großen Haus haben die Tiere genug Raum und können sich aus dem Weg gehen, wenn es sein muss.

Kätzchen-Alarm
Katzenliebhaber, die zwei Katzen möchten, tun gut daran von Anfang an zwei Katzenbabys zu adoptieren. Kätzchen, die zusammen aufwachsen, kommen meistens sehr gut miteinander aus. Sie beschäftigen sich miteinander und lernen voneinander.

Wenn du bereits eine junge Katze besitzt und eine zweite möchtest, sollte die zweite Katze das andere Geschlecht haben, weil gleichgeschlechtliche Katzen meist eher um die Dominanz kämpfen. Die bereits vorhandene Katze wird noch jung genug sein, um sich zu erinnern, dass es eine Menge Spaß gemacht hat, mit den Geschwistern zu spielen und die neue Katze wird mehr als glücklich sein und ihr gern diesen Gefallen tun.

Auch wenn die vorhandene Katze bereits erwachsen ist, ist es ratsam eine junge Katze des anderen Geschlechts dazu zu nehmen, weil ihre Jugend und ihre kleinere Gestalt Revierkämpfe fast ausschließen. Die ältere Katze wird ihr die Leviten lesen und die zukünftige Beziehung bestimmen.

Eine erwachsene Katze adoptieren

Eine erwachsene Katze hat bereits ihre ganze Persönlichkeit entwickelt und wird sich nicht über Nacht verändern und zum neuen Rivalen werden. Wenn deine vorhandene Katze etwas schüchtern oder scheu ist, könnte sie durch eine neue Mitbewohnerin verärgert werden. Wenn deine Katze ein starkes Selbstbewusstsein und territoriales Verhalten an den Tag legt, wird die neue Katze mit Widerstand rechnen müssen. Dann kann es bis zu einem Jahr dauern bis wieder Frieden einkehrt. Wenn deine bereits vorhandene erwachsene Katze früher mit anderen Katzen (oder auch Hunden) zusammen gelebt hat, kann es gut funktionieren, eine zweite erwachsene Katze zur Gesellschaft zu holen, vor allem, wenn sie vom anderen Geschlecht ist (gleichgeschlechtliche Katzen kämpfen mehr).

Territorium

Katzen verehren ihr Territorium. Sie patroulieren, markieren, verteidigen und herrschen in ihrem Territorium. Was dies anbelangt, ist deine domestizierte Hauskatze nicht anders als ein Löwe. Bringe ein neues Haustier oder Person hinein oder verändere einfach nur das Aussehen ihres Zuhauses und deine Katze wird auf unterschiedliche Art und Weise darauf reagieren. Sie könnte fauchen, aggressiv werden, markieren, zerstören oder auch in Klagen (Miauen) verfallen. Darum ist es sehr wichtig, dass genug Raum vorhanden ist, wenn du eine neue Katze adoptieren möchtest. Für zwei Katzen sollten mindestens 60 qm Fläche vorhanden sein. Die Türen sollten offen sein, damit die Katzen ihre eigenen „Sub-Territorien“ schaffen und sich aus dem Weg gehen können.

Rassen

Einige Katzenrassen sind sozialer als andere. Dies sind vor allem: Tonkanesen, Sphynx, Burmesen, Cornish Rex, Devon Rex, Balinesen, Siamesen und Havana Browns. Diese aktiven und verspielten Katzen kommen besser in Gesellschaft klar als die schüchternen Katzenrassen, wie Perser, Amerikanisch Drahthaar, Angora oder die Schottische Faltohr. Allgemeinhin sind Kurzhaarkatzen ihren Artgenossen meist freundlicher gesinnt als Langhaarkatzen (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel).

Vorbereitung
Bevor die neue Katze einzieht, solltest du ein paar Vorbereitungen treffen. Zuerst sollte ein Raum nur für den Neuankömmling geschaffen werden. Ob ein Katzenwelpe oder eine erwachsene Katze, sie sollte auf jeden Fall erst einmal von der vorhandenen Katze separiert werden. Diese „Quarantäne“ erlaubt den beiden Tieren sich erst einmal nur zu hören und zu riechen. Diese Periode sollte ein paar Tage dauern. Danach sollte eine Barriere geschaffen werden, wo die beiden sich sehen aber noch nicht interagieren können. Außerdem benötigst du ein zweites Katzenklo, einen zweiten Kratzbaum und Futter- und Wasserschüsseln für den Neuankömmling. Außerdem ist es ratsam eine Blumenspritze in der Nähe zu haben, damit eventuell auftretende Kämpfe schnell unterbunden werden können und sich niemand verletzt.

Hab Geduld!

Wenn du die perfekte neue Katze gefunden hast und nach Hause gebracht hast, ist Geduld der Schlüssel dafür, dass das zukünftige Zusammenleben klappt. Bring die neue Katze in ihr „Quarantäne-Zimmer“, das mit Katzenklo, Näpfen, Spielsachen, Kratzbaum und einer gemütlichen Schlafgelegenheit hübsch ausgestattet ist. Die Tür sollte geschlossen sein. Beide Katzen werden sich hören und riechen ohne sich gegenseitig sehen zu können. Nach ein paar Tagen kannst du die Räume der Katzen für ein paar Stunden austauschen. So hat die „Neue“ die Möglichkeit die Umgebung zu erforschen und die vorhandene Katze kann den Geruch des „Eindringlings“ aufnehmen. Gut wäre, wenn dir ein Freund beim schnellen Tauschen helfen kann.

Lass die Spiele beginnen!

Nach ein paar Tagen ist es soweit. Die beiden Katzen dürfen sich begegnen. Sie schnüffeln wahrscheinlich aneinander, rennen weg, kämpfen oder kommen sofort klar. Das ist nicht vorhersagbar. Wenn die neue Katze noch sehr jung ist, wird sie wahrscheinlich sofort in Aktion treten und spielen wollen, während die vorhandene Katze erst einmal misstrauisch, aber wahrscheinlich nicht aggressiv sein wird. Wenn aber die neue Katze bereits erwachsen ist, halte die Blumenspritze bereit, um einen eventuellen Kampf sofort zu stoppen. Du kannst ein Spielzeug werfen, um die Anspannung zu lösen. Wenn es zu funktionieren scheint, lass die beiden sich kennenlernen. Sollte es zu weiteren Kämpfen kommen, muss die neue Katze erneut in „Quarantäne“. Es kann Wochen dauern, bis sie sich gegenseitig akzeptieren. Nur Geduld!

Entspannung

Möglicherweise wird deine Katze niemals wirklich glücklich mit dem neuen Artgenossen. Wenn aber genug Raum vorhanden ist und sie sich aus dem Weg gehen können, wird es wahrscheinlich funktionieren. Dann sollten die beiden getrennt gefüttert werden, um Futterneid zu verhindern. Stell die Näpfchen langsam immer näher zueinander, bis sie irgendwann in einem Raum fressen. Beobachte, dass nicht die eine Katze der anderen das Futter klaut. Beschäftige dich viel mit den beiden Tieren. Wenn sie vom Spiel ausgepowert sind, besteht weniger Gefahr, dass sie aufeinander losgehen. Katzen brauchen mehr Zeit als Hunde, um sich an einen neuen Mitbewohner (egal ob Mensch oder Tier) zu gewöhnen. Wenn du die richtige Zweitkatze ausgesucht hast, bleibe geduldig und lass sie sich an die neue Situation gewöhnen. Die Chance, dass sie sich akzeptieren und vielleicht sogar bald aneinander gekuschelt schlafen, besteht in jedem Fall.

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